Herzlich Willkommen

Achtung !

Der Gottesdienst an der Denzel-Kapelle findet wetterbedingt in der Kirche in Brachstadt statt

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"Ihr könnt es glauben, dass an dem heutigen Tag viele Prediger mit schwerem Herzen und Bangen auf die Kanzel gehen und mit sich selbt ringen, um wahrhaftig zu bleiben, weil sie, um es mit einem Wort zu sagen, weil sie nicht an die leibliche Himmelfahrt Jesu, wie sie uns in der Apostelgeschichte erzählt wird, glauben können. Sie können es sich nicht vorstellen, dass er noch 40 Tage in einem übernatürlichen Dasein mit den Jüngern umher gewandel ist und dann sichtbar von der Erde zum Himmel entschwebt sei. Ich gehöre zu diesen Predigern." 

(Albert Scheitzer, Morgenpredigt Himmelfahrt, 21. Mai 1903, St. Nicolai, in: Ders., Predigten 1898-1948, München 2001, S. 467-471. Hier: S. 468. Nachfolgene Zitate aus ebd.)

Würde man Albert Schweitzer ein paar Buntstifte auf die Kanzel reichen, würde diese Deutung, sein Bild vom Himmel, wohl ungefähr so aussehen: Da wäre der Himmel nicht über dem Gras oder am oberen Bildrand gezeichnet, sondern gemalt mitten in die Menschen hinein, die über das Bild laufen. Genauer gesagt in die Herzen der Menschen. Denn im Herzen, so Schweitzer, tragen wir den Himmel, daran erinnert uns der Himmelfahrtstag: dass wir nicht in dieser Erde aufgehen, dass wir mehr sind als unser tägliches Arbeiten, Sorgen und Mühen.

Der Blick zum Himmel, die große Hoffnung, ist das eine. Der Blick in die Realität das andere. Es braucht beide Blickrichtungen, immer wieder, um in Gottes Sinn zu leben.

Himmelfahrt: Das heißt auch: jetzt sind wir an der Reihe, das Unsere zu tun, damit der Himmel auf der Erde wohnen kann. Dass wir Farbtupfer setzen, wo es grau ist auf der Erde, himmelblau, sonnengelb, hoffungsgrün. Und die Ideen dafür bekommen wir ... dafür sorgt der Geist von Pfingsten.